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Ihr Ansprechpartner

Siegfried Graß


Manus Sozialzentrum

Weiherweg 31

96199 Zapfendorf

 

Telefon 09547 92060-0

Fax 09547 92060-29



Interview Heimleitung

Fragen an unseren Heimleiter und Geschäftsführer Siegfried Graß


Was motiviert dich, jeden Tag aufzustehen, ins Manus Sozialzentrum zu fahren und deine Arbeit zu tun?

 

Manus ist für mich eine Art zweite Familie und die Menschen mit denen ich hier jahrein-jahraus zu tun habe, sind ein Teil meines Lebens. Dies gilt sowohl für die Bewohner, als auch für unsere Mitarbeiter.

Wie in einer richtigen Familie gibt es gute, weniger gute und auch mal schlechte Tage – oder wie es so schön heißt: “Voll das bunte Leben“. Bei Manus ereignen sich jeden Tag neue Geschichten und jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich. Diese zu bewältigen, bestmögliche Lösungen für Probleme aller Art zu finden und am Ende ein gutes Umfeld für alle, die Teil dieser Familie sind zu erreichen, daraus beziehe ich meine Motivation.

Was unterscheidet das Manus Sozialzentrum von einem klassischen Pflegeheim – gibt es Unterschiede?

 

Eigentlich ist das Manus Sozialzentrum ja ein klassisches Pflegeheim. Wir versorgen Pflegebedürftige aller Pflegegrade, haben einen Versorgungsvertrag und bewegen uns im gesetzlich vorgegebenen Rahmen.

Wodurch wir uns vielleicht unterscheiden, das ist unser Bemühen, der Individualität unserer Bewohner soweit wie möglich Rechnung zu tragen und auch unsere Mitarbeiter durch kurze Hierarchien und Möglichkeiten der Mitwirkung am Qualitätsprozess bestmöglich zu motivieren, sich einzubringen.

 

Wie wichtig sind Innovationen und technischer Fortschritt für ein modernes Pflegeumfeld? Hast du ein Beispiel für eine Innovation bei euch?

 

Technischer Fortschritt ist immer nur da sinnvoll, wo er die Menschen in ihrem Tun wirkungsvoll unterstützt und den Alltag erleichtert. Häufig wird Technik um des Fortschritts Willen eingesetzt, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie sinnvoll dies am Ende wirklich ist.

Wir dokumentieren z.B. bewusst noch vieles handschriftlich, da ein Großteil unserer Mitarbeiter im Umgang mit dem Computer sehr unsicher ist. Darauf sollte man bei aller Innovationsfreudigkeit Rücksicht nehmen, sonst hat man am Ende mehr Schaden als Gewinn. Trotzdem bleibt natürlich auch bei uns die Zeit nicht stehen und wir nutzen z. B. sogenannte Dect Telefone im Haus, die das Pflegepersonal bei sich trägt und die auch die Zimmerrufe der Bewohner empfangen und dabei gleich die Zimmernummer anzeigen.

 

Was ist das Besondere am Manus Sozialzentrum als Arbeitsplatz – was erwartet einen Pfleger oder Pflegerin, wenn sie bei dir anfangen zu arbeiten? 

 

Ich wünsche mir von uns von unseren Pflegekräften, dass sie sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren und diesen Beruf auch gerne ausüben – nur so kann man tagtäglich gute Pflege leisten.

Ich habe den Anspruch, dass unsere Bewohner vom Personal Wertschätzung erfahren und sich angenommen fühlen dürfen. Voraussetzung dafür ist aber auch, dass die Mitarbeiter/innen ihrerseits sich von ihren Vorgesetzten, aber auch von Bewohnern und Angehörigen wertgeschätzt fühlen und von diesen respektvoll behandelt werden.

Wir haben vor einigen Jahren auch Regeln im Haus für den gegenseitigen Umgang miteinander entwickelt und jede/r Mitarbeiter/in kann sich stets darauf berufen, wenn sich jemand nicht daran hält. Letzteres kommt natürlich auch vor, wir sind schließlich alle nur Menschen die von Zeit zu Zeit auch Fehler machen. Die bereits angesprochenen kurzen Hierarchien dienen auch dazu, dass sich Mitarbeiter/innen bei Problemen an ihre Vorgesetzten wenden und sich Rat oder Hilfe holen können.

Dies gilt selbstverständlich auch für mich und ich stehe unseren Mitarbeitern bei Fragen oder Problemen gerne zur Verfügung. Manchmal kann schon ein vermittelndes Gespräch kleine Wunder bewirken.

 

Pflegenotstand, Überlastung, Probleme in der Pflege, etc. – wie motivierst du dein Team nicht aufzugeben und Freude an der Arbeit zu haben?

 

Stress bei der Arbeit gibt es natürlich auch bei uns, denn auch wir unterliegen den gesetzlichen Rahmenbedingungen wie Personalschlüssel usw., wie es bei allen Pflegeheimen der Fall ist.

Wir versuchen, dem durch besondere Angebote an alle Mitarbeiter/innen (auch Hauswirtschaftsdienst, Verwaltung und Haustechnik) zu begegnen.

So gibt es bei uns seit einigen Jahren ein Arbeitsbewältigungscoaching. Das ist ein Kreis von Mitarbeitern aus allen Arbeitsbereichen, der sich regelmäßig trifft und in dem Probleme aus dem Arbeitsalltag angesprochen werden können. Gemeinsam und unter Einbeziehung aller Berufsgruppen wird dann versucht, nach Lösungen zu suchen. Die Sitzungen werden stets protokolliert und die Aktivitäten aus dem auch „Mitarbeiter-abc“ genannten Arbeitskreis  somit allen Beschäftigten zugänglich gemacht. Diese Vorgehensweise hat sich sehr bewährt und trägt zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit bei. Darüber hinaus profitiert die Einrichtung durch das Fachwissen aller Beschäftigten.

Ein anderes Projekt ist das Arbeiten nach kinaesthetischen Prinzipien, welches allen Mitarbeitern in regelmäßig erfolgenden Fort- und Weiterbildungen nahe gebracht wird und die körperliche Arbeitsbelastung mittel- und langfristig reduzieren hilft. Dies ist ein sehr aufwendiges, zeit- und kostenintensives Projekt, zeigt jedoch inzwischen sehr positive Effekte und wird von den Beschäftigten überwiegend sehr gut angenommen. 

Die genannten Projekte finden ausnahmslos im Rahmen der Arbeitszeit statt und werden zu 100 % von der Einrichtung finanziert und getragen.

Am Ende ist auch dies ein Stück Wertschätzung und nichts wirkt motivierender.

 

Wie siehst du die Zukunft der Pflege in Deutschland?

 

Natürlich schaue auch ich mit einer gewissen Sorge auf die Zukunft der Pflege. Hier ist zu allererst politisches Handeln und die Schaffung besserer Rahmenbedingungen geplant.

Unser Land und somit wir alle sind hier gewissermaßen zum Erfolg verurteilt, wenn wir am Ende nicht nur noch den Notstand verwalten wollen.

Ich wünsche mir von den politischen Akteuren endlich ein Handeln, das über die jeweilige Regierungsperiode hinaus reicht und nicht zuletzt für meine eigene Generation eine gute Pflege sicherstellt. Es bleibt spannend…